Ensemble BRÜCKE am Hl. Stein

Am Sonntag, 2. August 2026, spielten Natalia Pschenitschnikova und Wolfgang Seierl (Ensemble BRÜCKE) am Heiligen Stein in Mitterretzbach. Die beiden lernten einander beim Salzburger Festival Supergau kennen und gründeten dort das Ensemble BRÜCKE. Ihr erstes Konzert spielten sie unter der Felberbrücke in Mittersill, wo der legendäre KLF Musiker Bill Drummond 2013 ein Graffiti geschaffen hat. Diese Situation gab dem Duo den Namen, der im übertragenen Sinn auch Brücke zu anderen Klangwelten, zu neuen Ufern meint. Das Ensemble widmet sich der experimentellen, konzeptuellen und performativen Klangkunst, wobei die Bezugnahme auf Räume eine wichtige Rolle spielt.

Auf mystischem Platz, eingerahmt vom begehbarem Steg, der durchwegs als Brücke verstanden werden kann begeisterte und verwunderte das Ensemble die Besucher zugleich. Klangkunst darf spalten. Nur wer dabei war kann mitreden.

Mondscheinpicknick 2026

Für Speis´und Trank sorgten „Die Bäuerinnen“ mit Aufstrichbroten und Mehlspeisen, Wein und allerlei Getränken.

Die musikalische Umrahmung übernahm das „WienerKlassikQuartett“ unter Judith Steiner – wie immer auf höchstem Niveau! Das WienerKlassikQuartett ist ein Streichquartett (zwei Violinen, Viola und Violoncello) aus Wien/Niederösterreich, das aus Mitgliedern des Tonkünstler-Orchesters NÖ, eines der größten und wichtigsten Symphonieorchester Österreichs, besteht. Das Repertoire des WienerKlassikQuartett reicht von Barock und Wiener Klassik über romantische Literatur (Johannes Brahms, Robert Schumann) und Wiener Musik (Johann Strauss, Josef Lanner etc.) bis hin zu Musik des 20. und 21. Jahrhunderts inklusive eigener Arrangements von Filmmusik, Popliedern und Jazzstandards.

Mit bekannten Melodien wie „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Freude schöner Götterfunken“ aus der Feder von Ludwig van Beethoven bis zu „My favorite things“ aus „The sound of music“ von Richard Rodgers war alles vertreten. Der zweite Teil des Konzert wurde zum Wunschkonzert für das musikbegeisterte Publikum des Picknicks.

Das großartige Konzert wurde stimmig mit der Zugabe „Guten Abend, gut´ Nacht“ von Johannes Brahms beendet. Dafür gab es viel Applaus für das Quartett.

Vor 60 Jahren: Wiederverleihung des Ortswappens

Die NÖ. Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 19. August 1965 der nachweislich seit 1661 wappen- und siegelführenden Gemeinde Unter-Retzbach (im folgenden immer URB abgekürzt) dieses Wappenrecht neu bestätigt und das nachstehend beschriebene Wappen wieder verliehen:

In einem blauen Feld ein silberner Dreiberg, aus dem eine dreiblütige, fünfblätterige, goldene Blume hervorwächst, daneben ein schreitender goldener Hahn.

Das Ortswappen wurde am 13.Juli 1966 im Marmorsaal des NÖ. Landhauses in Wien in Anwesenheit der Stellvertreter des Landeshauptmannes Hirsch und Tschadek verliehen. Musikalisch umrahmt wurde diese Feier von einem Teil des NÖ. Tonkünstlerorchesters.

Anwesende Herren Gemeinderäte:

Hofbauer Edmund, Bürgermeister, Bischofreiter Robert, Vizebürgermeister

Karasek Franz, Raab Ernst, Schleinzer Friedrich, Johne Richard, Mandl Ernst, Rücker Franz, Keibl Alois, Koller Alfred, Pollak Walter, Wohlschak Ernst, Fautschek Josef, Slavik Walter und Piller Ludwig

Das Symbol des Hahnes

Die reiche Symbolik des Hahnes beruht auf drei Eigenschaften: Fortpflanzungstrieb, Kampflust und Lichtempfänglichkeit.

Der besonders starke Fortpflanzungstrieb macht ihn in der Antike neben dem Fisch zu einem kennzeichnenden Lebensbild, so dass er im heidnischen Kult an Stelle von Menschenleben als Opfer dargebracht wurde. Mit der Lebenssymbolik des Hahnes hängt auch seine Fruchtbarkeitssymbolik eng zusammen.

Die Empfänglichkeit des Hahnes sowohl für das Sonnen- als auch für das Mondlicht führt in der Antike zu einer Vielfältigkeit der Symbolik. Der weiße Hahn, dessen Opfer Sokrates verordnete, bedeutet den aus der Nacht geborenen jungen Tag. Der Verkünder des nahen Tages überwindet die Nacht und bricht jeden Schlaf, auch den Todesschlummer. Das Krähen des Hahnes in bestimmten Zeitabständen ist von solcher Regelmäßigkeit, dass es den Alten zur Weckuhr wurde, die zum Beginn des Tageslaufes mahnte. Sie pflegten die Nacht in zwölf Stunden einzuteilen, die im Sommer kürzer, im Winter länger berechnet wurden. Der erste Hahnenschrei bezeichnete zwischen zwei und drei Uhr den Beginn der vierten Vigilia. Dass der Hahn auch Symbol der Wachsamkeit ist, ergibt sich aus all diesen Bedeutungen von selbst.

Die Nacht hatte zurzeit, da man mit Beleuchtungskörpern noch spärlich versehen war und künstliches Licht nicht kannte, viel mehr Schrecken als heute. Auch war sie für jene Menschen die Zeit, in der der Teufel sein Spiel trieb und in der man unter dem Deckmantel der Finsternis Verbrechen ungescheut beging. Das erklärt, warum man den Hahnenschrei, der noch vor Anbruch der Dämmerung den nahen Sonnenaufgang verkündet, als etwas Erlösendes empfand und ihm allgemein, auch noch im christlichen Mittelalter, apotropäische und prophylaktische Wirkungen zuschrieb. Man behauptete, dass er nicht allein böse Geister, sondern auch Löwen und andere gefährliche Tiere schreckt und verscheucht. Am öftesten aber wurde der Hahn über Kirchturmkreuzen angebracht. Abgesehen von seiner Bestimmung als Wetterfahne erscheint er da als Symbol des Sieges Christi über das feindliche Dunkel der Nacht.

Die Symbolik der Rose

Unter den, den Frühling darstellenden Blumen nimmt natürlich die Rose ihrer Schönheit und ihres Duftes wegen, den ersten Platz ein. Die alten Griechen leiteten ihren Namen „ródon“ von „réein“ = fließen, strömen ab mit der Begründung, dass die Rose einen wahren Strom von Duft entsendet, dabei aber ihre Lebenssubstanz verflüchtigt und sie deswegen so schnell verwelkt. In der Antike trieb man mit der Rose besonderen Luxus. So feierten die Römer sogar alljährlich ein eigenes Rosenfest.

Interessant ist die zweifache Bedeutung:

Die fünf auf rundem Grundriss stehenden Blütenblätter versinnbildlichen den Kreislauf des Kosmos, der nach Aristoteles aus fünf Elementen besteht und eine immerwährende Wiederholung bestimmter Zeitabschnitte bedingt. Da die regelmäßige Wiederkehr gleicher Zeitperioden sozusagen eine irdische Ewigkeit bildet, wurde indirekt die Rose auch zum Symbol des Aion, also ein Ewigkeitsbild.

Die zweite morphologische Bedeutung ist die des Rätselhaften, Geheimnisvollen.

Wenn man im Grundriss der Rose den Mittelpunkt eines jeden Kelchblattes durch eine Linie mit dem übernächsten verbindet, so ergibt sich der fünfzackige Stern, Pentagramm oder Drudenfuß, die uralte Zauber- und Bannfigur, das Symbol und Siegelbild des Geheimnisvollen. Darum wurde die Rose schon im Altertum bei Gelagen über der Tafel aufgehängt als Zeichen, dass die hier „sub rosa“ gehaltenen Gespräche nicht weitergesagt werden sollen.

Das Anbringen einer plastischen Rose an der Decke altdeutscher Ratssäle, Weinstuben, ja sogar Beichtstühle wurde noch später im selben Sinn gepflegt.

Im Mittelalter kommt die Anwendung auf die Passion Christi und auf die Muttergottes zu besonders reicher Entfaltung. Je jünger die Symbolik, desto mehr häuft sie die Vergleichspunkte, zergliedert, analysiert und knüpft an die Einzelheiten mystische und moralische Anwendungen.

Mit Erlaubnis entnommen von: Pfarr- u. Ortsgeschichte Unterretzbach von P.Friedrich Schleinzer

Pfarrausflug ins Stift Lilienfeld

Die Pfarre Mitter- Oberretzbach und die Pfarre Unterretzbach besuchten am Sonntag, den 26. Juli das Stift Lilienfeld. Anlass war das 1. Lilienfest und die fast 400 Jahre Verbundenheit beider Pfarren durch die Inkorporation mit dem Zisterzienserstift.  

Das gemeinsame Mittagessen wurde in der Stiftstaverne eingenommen. Die Mühlen Gottes mahlen bekanntlich langsam. Die Geschwindigkeit der Küche hielt sich an dieses Sprichwort, die Qualität war aber in Ordnung.

Nach dem Essen war die Möglichkeit gärtnerische Fragen an den NÖ-Radiogärtner Johannes Käfer zu stellen. Recht pointiert gab er Antwort bei Wühlmaus, Maulwurfsgrille und allerlei anderen Schadenserregern.

Danach stellten sich die dem Stift inkorporierten Pfarren einzeln vor. Die pfarrlichen Aktivitäten Unterretzbachs wurden durch ein buntes Video von Elisabeth Seidl präsentiert. Alois Binder ergänzte mit Details aus Mitter- und Oberretzbach. Dafür gab es viel positive Zustimmung und Applaus. Die angebotene Kirchenführung erlaubte nicht alle Pfarren näher kennenzulernen.

Der Einladung zur Stiftsbesichtigung folgten praktisch alle Retzbacher und wurden durch fachkundige Führer mit vielen interessanten Details belohnt.

Zwischendurch gab es die Möglichkeit bei den Ausstellern zu stöbern, manch nettes Mitbringsel zu erwerben oder, wie könnte es anders sein, eine Lilie für den eigenen Garten zu kaufen. Obwohl es am Ausflugstag recht warm war, wurden rosa Babysöckchen mitgenommen und stolz präsentiert.

Einen starken Ausdruck der Verbundenheit der Retzbacher Winzer mit dem Stift spiegelte die Weinkarte. Von den 45 angebotenen Weinen aus den inkorporierten Pfarren mit Weinbau stammten 20 aus Unterretzbach. Der Erlös der Weinspenden kommt der Renovierung des Stiftes zugute. Durch Verkostung der Weine half man mit, die Renovierung ordentlich zu unterstützen.

Pater Egyd bedankte sich bei Abt Pius Maurer für die gelebte Zusammenarbeit von Pfarren und Stift. Herzlicher Dank gebührt auch allen Verantwortlichen für die Vorbereitung und Durchführung des Pfarrausflugs.    

Ministrantenausflug 2026

Einen erlebnisreichen Tag verbrachten unsere Ministrantinnen und Ministranten beim gemeinsamen Ausflug zur Rosenburg.

Nach dem Treffpunkt beim Sonnenheurigen Schleinzer-Hollweger machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu Pater Egyd der uns den Segen für den Ausflug gab. Gespannt fuhren wir weiter zur Rosenburg. Dort erkundeten wir zunächst die beeindruckende Burganlage, bevor wir bei der spannenden Falkenshow die Greifvögel aus nächster Nähe erleben konnten. Die Flugkünste der Falken, Adler und Eulen sorgten für großes Staunen.

Gestärkt durch ein gemeinsames Mittagspicknick mit Pizza warteten am Nachmittag weitere Herausforderungen auf die Gruppe. Im Hochseilgarten konnten Mut und Geschick unter Beweis gestellt werden.

Anschließend ging es weiter zum Stadtsee in Horn, wo geschwommen, gesprungen und gespielt wurde. Abgekühlt und sauber 🙂 fuhren wir zum gemeinsamen Abendessen zu McDonalds.

Danach führte der Weg zurück nach Unterretzbach, wo wir ganz herzlich von Judith, Ilse, Susi & Wolfgang Ho., Wolfgang Ha., Viktor und Theodor empfangen wurden. Ein besonderes Highlight bildete das Mondscheinkino mit Popcorn. Müde und erschöpft fielen alle in ihre Schlafsäcke und genossen die Nacht im Zelt.

Am nächsten Morgen stärkten sich alle bei einem gemeinsamen Frühstück, bevor die Zelte abgebaut wurden und die Eltern ihre Kinder wieder abholten.

Der Ausflug war geprägt von Gemeinschaft, Spaß und vielen schönen Erlebnissen.

Danke an alle Minis, dass wir diesen tollen Ausflug mit euch erleben durften. (Text: Christina Teufelsbauer)

Heimatdenkmal vorbildhaft renoviert

Das Südmährerdenkmal in Unterretzbach, das 1980 nach den Entwürfen und unter der Bauleitung von Hans Krappl errichtet wurde, ist ein beeindruckendes Zeugnis der Geschichte. Es wurde von den vertriebenen deutschen Südmährern aus dem Znaimer Gebiet erbaut und dient als Mahnmal für die Vertreibung. Es erinnert an die unmenschliche Vertreibung von Millionen von Menschen weltweit und speziell der vertriebenen Deutschsüdmährer aus dem Kreis Znaim. Die Aufschrift am Denkmal ‚Heimatrecht ist Menschenrecht!‘ unterstreicht diese Botschaft. Die zentrale Steinfigur, eine Mutter in südmährischer Alltagstracht, die schützend Kinder umarmt, ist eine Bildhauerarbeit aus Kalkstein von Hans Krappl. Die Bronzetafeln auf den Aussichtsplattformen benennen die einstigen 94 Ortsgemeinschaften des Kreises Znaim und weisen in die Richtung der jeweiligen Ortslage im südmährischen Raum. Dieses Denkmal ist ein eindrucksvoller Ort, der die Besucher an die historischen Ereignisse erinnert und zum Nachdenken anregt.

Renoviert: Sommer 2026